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Neue Software von der Stange soll helfen, die Unternehmensflotte künftig selbst zu managen.
Der Österreich-Ableger des Pharmakonzerns Organon wurde hierzulande förmlich überschüttet. Alle paar Tage flatterte dem Pharmaunternehmen eine neue Offerte ins Haus. Die Absender hatten alle das gleiche Ziel: Sie wollten den Zuschlag für das Fuhrparkmanagement, das neu vergeben werden sollte. Nach nur wenigen Wochen erreichte der Papierstapel im Sekretariat des kleinen Wiener Büros – und der Groll der Assistentin – ansehnliche Ausmaße.
Excel, Word und Telefonat
Der heimische Markt für Flottenverwaltung ist heiß umkämpft. Mit günstigen Offerten versuchen sich die Fuhrparkmanager gerne auch gegenseitig zu unterbieten (IM 02/05). Nun dürfte das Geschäft noch rauer werden. Standardisierte Softwarelösungen drängen auf den Markt. Sie helfen besonders Klein- und Mittelbetrieben Kosten zu sparen, ohne die Fahrzeuge gänzlich in fremde Hände zu geben.
Noch findet der Einsatz von Fuhrparkverwaltungs-Software nur vereinzelt statt. Dabei handelt es sich in der Regel um Auftragsprogramme für große Unternehmen. So setzen beispielsweise die ÖBB eine maßgeschneiderte Lösung namens „Ecoware“ ein, die zwar über zahlreiche Funktionen verfügt, aber auch entsprechend teuer ist. Firmen mit kleinen und mittleren Flotten hantieren hingegen vielfach noch mit selbst gestrick-ten Lösungen. Die Tankrechnungen in Word-Dateien gespeichert, die Kostenträger als Excel-Listen verwaltet, und für die Nutzung des Firmenwagens muss der Verantwortliche persönlich das Okay geben.
Einsparpotenzial
Prozesse von der Verwaltung über die Disposition bis hin zum Unfallmanagement lassen sich mit der Software von der Stange bereits bequem zentral steuern. Das drückt die internen Kosten um 30 bis 50 Prozent. „EDV-Lösungen rechnen sich innerhalb von zwei Jahren, weil man die Verwaltung schlanker machen kann“, sagt Andreas Steinbach, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Best4Fleet. Um ihre Programme an den Mann zu bringen, stoßen Softwareanbieter auch mal ihre eigene Klientel mit dem Versprechen „Selbst verwalten wie die Profis“ vor den Kopf: Mit der Delta Proveris AG aus Sachsen tritt ein Unternehmen auf den Markt, das eigentlich auf Fuhrparkmanagementunternehmen spezialisiert ist. Als nach eigenen Angaben erster Anbieter hat das Unternehmen die Software, bislang für Leasinggesellschaften entwickelt, auch für Unternehmen modifiziert. Im Briefverkehr mit den Pharmamenschen von Organon hätten diese Vorteile den Sachsen allerdings auch nicht geholfen. Den Auftrag vergab die Konzernmutter Akzo Nobel an einen Partner, mit dem sie international zusammenarbeitet.